Was macht eigentlich der Seniorenrat?

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Was macht eigentlich der Seniorenrat?

26. Oktober 2026 heiko Comments Off

Die Interessenvertretung für ältere Menschen – und das sind alle ab 60 Jahre – ist für viele Bielefelderinnen und Bielefelder eine große Unbekannte. Dabei steigt die Zahl derjenigen, für die sie sich einsetzt, immer mehr. Grund genug, einmal genauer hinzuschauen.

Bielefeld. Was, bitte, ist der Seniorenrat? Und, genauer gefragt, was macht er und wozu gibt es ihn eigentlich? Dazu fällt vielen Bielefelderinnen und Bielefeldern eher wenig, und wenn doch, wenig Konkretes ein. Die Interessenvertretung für alle Menschen ab 60 Jahre (deren Zahl kontinuierlich steigt) gehört zu den großen Unbekannten im Bielefelder Rathaus. Das soll sich ändern, haben sich Michael Holler-Göller, Andrea Knoke und Renate Worms vorgenommen. Sie gehören zum neu gewählten Seniorenrat, der sich für die kommenden Monate einiges vorgenommen hat. Einiges wurde bereits umgesetzt.

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Ziel
Der Seniorenrat setzt sich für die Interessen der über 60-jährigen Bielefelder ein, derzeit sind das rund 89.000. Und zwar durch Anfragen, Anträge, Empfehlungen und Stellungnahmen an Stadtrat, Bezirksvertretungen sowie Verwaltung; aber auch durch eigene Initiativen, wie die sogenannten Plauderbänke als Treffpunkt und Hilfe gegen Vereinsamung, die es inzwischen etwa in Dornberg und Gadderbaum gibt. Er verweist auf Probleme, die durchaus auch Jüngere betreffen, schlägt Lösungen vor und hat ein Auge drauf, dass diese umgesetzt werden. „Eines unserer größten Ziele ist es auch, dass die Menschen möglichst lange selbstständig bleiben“, sagt die Vorsitzende Renate Worms (72).

Mitglieder
Der Seniorenrat besteht aus 13 stimmberechtigten Mitgliedern, die am Wahltag mindestens 60 Jahre alt sein und ihren Hauptwohnsitz in Bielefeld haben müssen, plus beratende Mitglieder aus Parteien und anderen Institutionen. Einige waren schon vorher politisch und gesellschaftlich aktiv. Wie Renate Worms, die in der Bezirksvertretung Sennestadt mitgearbeitet hat, und Michael Holler-Göller (76), der sich bei den Grünen engagiert und darüber hinaus im vorherigen Seniorenrat im Arbeitskreis Pflege und Wohnen im Alter war. Die ehemalige Sozialarbeiterin Andrea Knoke (64), die im vergangenen Jahr in Rente gegangen ist, hatte dagegen etwas gesucht, was ihr Spaß machte, und wollte sich zudem für ältere Menschen einsetzen.

Arbeit
Der Seniorenrat versteht sich als überparteilich, überkonfessionell und verbandsunabhängig. Er arbeitet in Ratsausschüssen wie Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Sozialausschuss mit, berät und unterstützt private Organisationen und Einrichtungen im Bereich der Seniorenarbeit. Darüber hinaus hat er sechs eigene Arbeitskreise: Gesundheit und Soziales, Pflege und Wohnen im Alter, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, Kultur, Weiterbildung, Schule und Sport, Digitalisierung und Öffentlichkeitsarbeit. Zu den Themen, um die sich der neue Seniorenrat verstärkt kümmern wolle, gehörten die Stärkung des Ehrenamts, der Klimawandel, „Stadt neu denken, und zwar so, dass die Menschen in ihrem Quartier so lange wie möglich bleiben können“, und eine verstärkte öffentliche Wahrnehmung des Seniorenrats, erklärt die Vorsitzende.

Wahl
Letzteres steht nicht ohne Grund ganz oben auf der Agenda des Gremiums. Dass sein Bekanntheitsgrad und das Interesse der Bielefelder an ihm bislang nicht allzu groß sind, zeigt allein die Wahlbeteiligung (reine Briefwahl) im Februar dieses Jahres: Sie lag bei 26,32 Prozent. Der neue Seniorenrat, auf fünf Jahre gewählt, will das ändern.

Kontakt
Wer sich persönlich vom Seniorenrat ein Bild machen möchte, kann zu einer seiner Sitzungen kommen: Er trifft sich etwa alle vier Wochen im Rochdale-Raum des Alten Rathauses. Die öffentlichen Zusammenkünfte beginnen um 9 Uhr, die nächste ist am 18. November. Zu Beginn haben die Bürger das Wort. Außerdem hat der Seniorenrat eine „Mobile Sprechstunde im Quartier“ ins Leben gerufen, um direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die gibt’s allerdings bislang nur in Sennestadt. „Aber das wollen wir ausweiten“, sagt Worms. Bei Veranstaltungen stadtweit, wie kürzlich der Markt der digitalen Möglichkeiten in der VHS, ist der Seniorenrat mitunter ebenfalls dabei. „Vorstellbar ist auch ein Stand auf den Wochenmärkten“, meint Holler-Göller. Das Büro des Seniorenrats ist im Neuen Rathaus, Zimmer 203; er ist zudem telefonisch und per E-Mail erreichbar. Worms: „Außerdem arbeiten wir an der Einrichtung einer festen Sprechstunde.“

Aktuelles
Pflegereform, Mobil-Ticket, Kontogebühren, hausärztliche Versorgung, hohe Temperaturen und Klimaanpassungs-Strategien: Mit vielem, was die Bielefelder in den vergangenen Monaten beschäftigt hat, haben sich ältere Bürger auch an den Seniorenrat gewandt. Der will aktuell auch zwei ganz praktische Dinge voranbringen: dass es für die Ehrenamtskarte NRW auch in Bielefeld Rabatte und Vergünstigungen gibt und dass die Plauderbänke in weiteren Stadtbezirken eingerichtet werden.