Neue Kontogebühren ab November 2026: Sparkasse und Seniorenrat suchen sozialverträgliche Lösungen

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Neue Kontogebühren ab November 2026: Sparkasse und Seniorenrat suchen sozialverträgliche Lösungen

26. Oktober 2026 heiko Comments Off


Sparkasse Bielefeld stellt neue Tarifstruktur vor

Die Sparkasse Bielefeld führt ab November 2026 eine neue Tarifstruktur für Kontoführungsgebühren ein. Der monatliche Grundpreis beträgt künftig 12,90 Euro statt bisher 10,90 Euro. Durch verschiedene Boni können Kundinnen und Kunden ihre Kosten reduzieren. Von den Vergünstigungen profitieren ausschließlich digital geführte Konten.

Die Änderungen waren am Mittwoch, 14. Oktober Thema eines Gesprächs zwischen Mitgliedern des Seniorenrats der Stadt Bielefeld und den Sparkassenvorständen Herrn Stefan Dwilies und Herrn Dr. Jörn Stöppe.

Analoge Kontoführung bleibt für viele unverzichtbar

Für den Seniorenrat ist besonders wichtig, dass ältere Menschen, die digitale Bankdienstleistungen nicht nutzen können oder möchten, weiterhin Zugang zu persönlicher Beratung und analoger Kontoführung haben. Gründe dafür sind etwa gesundheitliche Einschränkungen, fehlende digitale Erfahrung oder Sicherheitsbedenken.

Der Seniorenrat machte deshalb deutlich, wie wichtig es ist, auch künftig bezahlbare und bedarfsgerechte Angebote für ältere Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Ziel des Gesprächs war es, gemeinsam nach einer praktikablen und sozial ausgewogenen Lösung zu suchen.

Wahlfreiheit und Sozialtarif als zentrale Ergebnisse

Ein wichtiges Ergebnis des Austauschs ist, dass insbesondere ältere Kundinnen und Kunden aber auch alle anderen Generationen weiterhin selbst entscheiden können, ob sie ein analoges oder ein digitales Konto nutzen möchten.

Für Menschen, die ihre Bankgeschäfte weiterhin auf herkömmlichem Weg erledigen wollen, soll ein analoges Basiskonto in Verbindung mit einem Zusatzpaket die Möglichkeit bieten, persönliche Beratung, Unterstützung und sämtliche analogen Formen der Kontoführung unbegrenzt zu nutzen.

Eine besondere Regelung ist für Menschen vorgesehen, die Grundsicherung nach dem SGB XII beziehen. Sie können einen Sozialtarif in Anspruch nehmen und zahlen unabhängig davon, ob sie ein analoges oder digitales Konto wählen, zwei Euro monatlich.

Damit wird zumindest für diese Personengruppe eine einheitliche und sozial orientierte Gebührenregelung geschaffen.

Persönliche Beratung in 22 Filialen

Auch die persönliche Betreuung vor Ort war Gegenstand des Gesprächs. Nach Angaben der Sparkasse wird in 22 Filialen weiterhin persönliche Beratung und Unterstützung angeboten. Ein Abbau der Filialen ist derzeit nicht geplant.

Für den Seniorenrat ist dies ein wichtiger Aspekt, denn gerade bei finanziellen Angelegenheiten sind Vertrauen, direkte Ansprechpersonen und individuelle Hilfestellungen von großer Bedeutung. Die Möglichkeit, Fragen persönlich zu klären, kann insbesondere älteren Menschen im Umgang mit ihren Bankgeschäften Selbstständigkeit erhalten und Sicherheit geben.

Unterstützung beim Umstieg auf digitale Angebote

Gleichzeitig möchte die Sparkasse Kundinnen und Kunden unterstützen, die künftig verstärkt digitale Angebote nutzen möchten. Dazu sind Schulungstermine vorgesehen, bei denen Interessierte die digitale Kontoführung kennenlernen können.

Derzeit wird geprüft, in welchen Stadtbezirken solche Schulungen auch dezentral angeboten werden können. Die Termine sollen auf der Internetseite des Seniorenrats veröffentlicht werden. Darüber hinaus steht eine Demoversion eines Online-Kontos zur Verfügung, mit der Interessierte die digitale Kontoführung in Ruhe ausprobieren und üben können.

Weiterhin auf die Bedürfnisse älterer Menschen achten

Das Gespräch zeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Finanzinstituten und Interessenvertretungen älterer Menschen ist. Digitale Angebote können den Alltag erleichtern, dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Menschen, die auf persönliche Unterstützung angewiesen sind, benachteiligt werden.

Der Seniorenrat setzt sich deshalb dafür ein, dass ältere Kundinnen und Kunden auch künftig selbstbestimmt entscheiden können, wie sie ihre Bankgeschäfte erledigen möchten. Entscheidend wird sein, ob die neuen Tarifmodelle und die vorgesehenen Unterstützungsangebote den unterschiedlichen Lebenssituationen tatsächlich gerecht werden.

Mit der Wahlmöglichkeit zwischen analoger und digitaler Kontoführung, dem Sozialtarif sowie den geplanten Schulungsangeboten wurden im Gespräch wichtige Punkte angesprochen. Nun kommt es darauf an, dass die Angebote für die Betroffenen verständlich und zugänglich bleiben.